An der Treppe zögerte sie, dann platzierte sie eine, um die untersten Stufen zu erwischen – nur für den Fall. Als sie fertig war, stellte sie sich in die Mitte des Wohnzimmers und sah sich um. Alles sah normal aus. Und doch hatte sie das Gefühl, etwas vergiftet zu haben. Zurück im Schlafzimmer, schlüpfte sie neben Marcus unter die Decke. Er schlief, den Mund leicht geöffnet, die Augenbrauen ausnahmsweise entspannt.
Julie starrte an die Decke und lauschte, wie sich das Haus beruhigte – das leise Knarren, das Summen des Kühlschranks, die gewöhnlichen Geräusche, die früher Sicherheit bedeuteten. Jetzt kamen sie ihr wie Zeugen vor. Ihr Telefon surrte leise mit der ersten Benachrichtigung der Kamera-App.
