Sie kümmerte sich täglich um ihren behinderten Ehemann – bis sie die Kameras überprüfte.

Seine Beine zitterten unter ihm, als er sich erhob – erst nur halb, dann zitterten seine Knie so stark, dass die Kamera die Bewegung unscharf einfing. Er richtete sich auf. Für eine einzige, unmögliche Sekunde war Marcus aufrecht – er lehnte sich nach vorne, das Gesicht angespannt, eine Hand streckte sich nach ihr aus, nach dem Router, nach der Schulter der Frau, als wolle er sie aufhalten.

Als ob er genau auf diesen Moment gewartet hätte und sie nicht ausreden lassen konnte. Die Frau wich nicht einmal zurück. Sie zerrte einfach. Die Lichter des Routers erloschen. Der Bildschirm erstarrte mitten in der Bewegung – Marcus stand halb, mit ausgestrecktem Arm und offenem Mund, als würde er etwas sagen, das Julia nicht hören konnte. Dann aktualisierte sich die App. Kamera offline.