Sie kümmerte sich täglich um ihren behinderten Ehemann – bis sie die Kameras überprüfte.

Wenn er das vor mir verbergen kann… Ein Gedanke – hässlich, unmittelbar – stieg auf wie Galle: Habe ich mich um ihn gekümmert… oder wurde ich verwaltet? Sie versuchte es erneut mit der Kamera-App, mehr aus Reflex als aus Hoffnung. Immer noch tot. Es gab nur einen Weg, ihn zurückzubringen. Nach Hause gehen. Julia stand so schnell auf, dass ihr Stuhl zurückrollte und gegen die Wand stieß. Sie schnappte sich ihren Mantel, ihre Tasche und ihre Schlüssel.

Sie sagte niemandem, dass sie gehen wollte. Sie fragte nicht nach der Erlaubnis eines Lebens, das schon vor Jahren aufgehört hatte, sie um Erlaubnis zu bitten. Im Aufzug starrte sie auf die geschlossenen Türen und versuchte, wie ein normaler Mensch zu atmen.