Schlechte Tage, an denen er auf den Fernseher starrte, ohne ihn zu sehen, mit angespanntem Kiefer und Händen, die die Armlehnen so fest umklammerten, dass die Sehnen hervortraten. Er schrie nicht oft. Das musste er auch nicht. Schweigen konnte lauter sein als Schreien, wenn es einen Raum erfüllte, den man einst mit Lachen geteilt hatte.
Julia lernte, die Mikrozeichen zu lesen: die Art, wie sich seine Schultern hoben, wenn er sich vor Schmerzen krümmte, das leichte Zucken, wenn sie seine Waden berührte, das kaum merkliche Ausatmen, wenn er dachte, sie würde nicht zuhören. Sie beherrschte die Sprache des Körpers eines anderen fließend. Wovor sie aber niemand gewarnt hatte, war die Sprache ihres eigenen Unmuts.
