Unabhängigkeit fühlte sich an wie eine Rüstung, die sie täglich trug. Sie schützte sie, aber sie belastete sie auch. Wenn Zweifel aufkamen, sagte sie sich: „Du bist stark genug.“ Am schwierigsten waren die Nächte, wenn ihr Panzer abfiel und die Verletzlichkeit zurückkehrte, ungebeten, und Fragen stellte, deren Beantwortung sie aufschob. Laura erinnerte sich daran, wie sehr ihre Partnerschaft mit Brett einst die Ängste abgefedert hatte.
Sie bereitete sich auf eine Scheidung ohne Drama vor. Sie recherchierte im Stillen und fragte einen Anwalt: „Wie würde das aussehen?“ Die Antwort war vorsichtig, bedingt. Möglichkeiten, keine Gewissheiten. Die Planung beruhigte ihre Nerven. Es war einfacher, ein Ende zu akzeptieren, als in der Schwebe zu warten und sich Ergebnisse vorzustellen, die sie weder bestätigen noch verhindern konnte.
