Die Wahrheit traf Julian wie ein Schlag. Der ruhige Mann im abgetragenen grauen Kapuzenpulli, der Reisende, den er mit einem Hundert-Dollar-Schein zu bestechen versucht hatte, der Passagier, den er selbstgefällig aus der Suite 1A geworfen hatte – war ein erfahrener Boeing-777-Kapitän, der die uneingeschränkte Autorität über jedes System im Flugzeug innehatte.
Leo wandte sich der Tür zu und schulterte seine Reisetasche höher. Er ging an Julian vorbei, ohne langsamer zu werden, und traf dabei für den Bruchteil einer Sekunde seinen Blick. Leo zwinkerte Julian einmal ruhig und gemächlich zu – ein subtiler „Mic Drop“, um den Abend zu beenden – und verließ das Flugzeug in die helle Morgenluft von London Heathrow. Julian stand regungslos im Gang, Beatrice starrte ihn schweigend neben ihm an und hielt seine zerknitterten Bordkarten in der Hand, ohne noch ein Wort zu sagen.
