Er war vor sieben Uhr wach. Er kochte Kaffee, zog sich an und fuhr los. Carolyns Studio war ein umgebautes Lagerhaus im Künstlerviertel, ihr Name stand auf einem kleinen Messingschild neben der Tür. Sie begegnete ihm im Eingang – Mitte vierzig, nervöse Hände, entschuldigende Augen – der Blick von jemandem, der ein schwieriges Gespräch schon oft geprobt hatte und trotzdem nicht bereit dafür war.
„Mr. Callahan.“ Sie schüttelte ihm mit beiden Händen die Hand, eine Geste, die sowohl professionell als auch aufrichtig leidend wirkte. „Danke, dass Sie gekommen sind. Ich habe alles im hinteren Bereich vorbereitet.“ Der Schneideraum war klein und wurde von einem großen Monitor dominiert, in den Regalen stapelten sich Hochzeitsmappen, das Morgenlicht fiel dünn und blass durch ein staubiges Fenster mit Blick auf die Gasse.
